Zu Hause

Auf zu neuen Ufern

Ab jetzt heißt es, Schiff ahoi!

Juchu! Ich habe bestanden!

Und zwar meinen Sportbootführerschein binnen. Damit kann ich jetzt wörtlich auf zu neuen Ufern segeln, jedenfalls wenn es sich um Fluss- oder Seeufer handelt. Aufs offene Meer darf ich damit nicht. Zumindest nicht als Skipper.

Dabei war ich durchaus schon auf offener See unterwegs, wenn man die Ostsee so nennen kann. 2012 war ich auf

Mit der Luna ging es 2012 von Rügen nach Bornholm

einem Törn von Rügen nach Bornholm mit dabei, und ein oder zwei Jahre später noch einmal bei einem Törn entlang der mecklenburgischen Küste. Und fand es super!

Den Traum vom eigenen Sportbootführerschein hegte ich schon ein paar Jahre. Vor etwa einem Jahr dachte ich mir dann, ich sollte es mal angehen. Die Segelgemeinschaft der Uni Bremen (SUB) bietet jährlich Kurse rund ums Segeln an. Also eingetreten und losgelernt. Für den Binnenschein hab ich mich deshalb entschieden, weil sie einem dabei das Segeln von der Pike auf beibringen. Beim Seeschein geht es hauptsächlich darum, Kurse zu berechnen. Ich hätte bei der SUB auch beides zeitgleich machen können, das hätte aber mehr gekostet.

Im Winter haben wir die ganze Theorie gelernt.

Backbord, Steuerbord. Wer hat wann Vorfahrt? Was bedeuten die Tafeln und Lichtsignale und all so was. Im Frühjahr ging es dann aufs Wasser. Das Schöne an der SUB ist, dass sie elf eigene Boote hat. Die meisten davon liegen auch in Bremen. Für die Übungsstunden haben wir uns in kleinen Teams am Hemelinger Hafen getroffen. Der liegt noch oberhalb des Wesersperrwerks und ist deshalb tidenunabhängig. Auf der anderen Seite der Schleuse gibt es einen Tidenhub von rund viereinhalb Metern. Da kann man nicht aufs Wasser, wann man gerade Lust hat.

Abenstimmung im Yachthafen Bremen-Hasenbüren

Eine Mit-Segelanfängerin kennt sich bestens mit den Gezeiten-Zeiten aus. Sie, beziehungsweise ihr Sohn, hat auch ein kleines Boot im Hafen Hasenbüren. Das liegt fast schon außerhalb Stadt-Bremens Richtung Nordsee. Da müssen sie nicht nur die Gezeiten und den Wind im Auge behalten, sondern auch die Strömungsverhältnisse. Den Tag vor meiner Prüfung bin ich mir ihr und ihrem Sohn raus gefahren – und hatte Flaute. Ein bisschen üben konnte ich aber trotzdem.

Am nächsten Tag hatten sich die Verhältnisse komplett geändert. Der Wind drehte und selbst dort oben hinterm Sperrwerk hatten wir eine Strömung, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Beim Boje-über-Bord-Manöver ist uns (es waren immer zwei Prüflinge an Bord) und auch anderen die Boje abgetrieben.

Und auch sonst war es eine furchtbare Prüfung!

In den Übungsstunden hatten wir immer die Zora gesegelt, die Prüfung machte ich auf der Kolk. Es sind beides Polyfalken, das heißt aber nicht, dass sie sich auch gleich segeln lassen. Meine Übungscrew aus den praktischen Stunden hatte schon vor mir die Prüfung abgelegt, weil ich ja wieder drei Monate im Ausland war. Mit meinem Mit-Prüfling bin ich noch nie vorher gesegelt. Natürlich ging es ihr genauso. Es stimmte einfach gar nichts. Mit ganz viel Glück und einem sehr netten Prüfer haben wir es trotzdem geschafft. Zwei Tage später hatte ich den Lappen im Briefkasten.

Jetzt kann ich auch mal Skipper sein!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*