Caminho Portugues

Drei Stunden bis zur alten Brücke

Etappe 11: Von Arcade nach Pontevedra

Es geht wieder zügig voran!

Nach der kurzen Strecke nach Arcade habe ich mich auf dieser Etappe des Caminho Português ein wenig gesteigert. Es ging relativ zügig voran. Einmal musste ich ziemlich steil einen Berg hoch. Das hat geschlaucht. Insgesamt habe ich aber nur knapp drei Stunden bis zur alten Brücke gebraucht.

„Alte Brücke“ lautet wohl grob die Übersetzung für Pontevedra, meinem Tagesziel. Die Stadt geht laut meinem Wanderführer auf die Römer zurück. Entlang der Via Romana XIX, die zwischen Braga und Astorga verlief, soll genau an der Stelle, an der heute die Stadt Pontevedra steht, eine Brücke gewesen sein. Daher der Name. Über die Stadt schreibt Raimund Joos in seinem Wanderführer zum portugiesischen Jakobsweg, dass sie durchaus sehenswert sei. Einen ganzen Tag müsse man zwar nicht einplanen, um sie zu sehen. Aber ein Stadtspaziergang lohnt sich.

Blickt auf das Sanktuarium der Virxe Peregrina, dessen Grundriss der Form einer Jakobsmuschel entsprechen soll. Rein konnte ich nicht.

Recht hat er!

Die Altstadt kann sich wirklich sehen lassen. Viele kleine Gassen und noch mehr Bars, Cafés und Restaurants, die alle Stühle und Tische draußen stehen haben. Der Jakobsweg führt natürlich immer an vielen Kirchen vorbei. In Pontevedra stehen einige ganz hübsche. Zumindest machten sie von außen den Eindruck. Rein konnte man in keine von ihnen. Ausgerechnet am Tag meines Besuch war Tag der geschlossenen Kirche oder so was.

Das hab ich so auch noch nicht kennengelernt. Bis jetzt konnte man sich alle Kirchen von innen angucken. In einer Kirche in Porto lief sogar gerade ein Gottesdienst. Die Leute ließen sich bei der Zeremonie nicht stören von den Touris, die immer wieder durch die Tür kamen. In Pontevedra sind die Kirchen dicht. Na gut, dann eben nicht!

Auf dem Weg von Arcade nach Pontevedra bin ich ordentlich nass geworden.

Tag der geschlossenen Kirchen: Auch die Basilika Santa Maria la Mayor war zu.

Nach fast zwei Wochen in Portugal und Spanien hat es heute zum ersten Mal geregnet. Da es ein warmer Regen war, hat das aber nicht weiter gestört. Los gelaufen bin ich noch trockenen Fußes. Die Luft war allerdings so feucht und schwül, dass man nur vor die Tür treten brauchte, um einmal komplett durch geschwitzt zu sein. Ich hab dann auch auf meine Regenjacke verzichtet. Sonst wäre ich nur noch nasser gewesen.

Am Nachmittag kam die Sonne raus und schon schien die Temperatur um zehn Grad nach oben geschossen zu sein. So fühlte es sich jedenfalls an. Für die nächsten Tage ist auch ordentlich Hitze vorhergesagt. Wenn es zu heiß wird, muss ich eben eine ungeplante Übernachtung einschieben. Ich hab mich wohl sowieso verzählt: Wahrscheinlich komme ich erst am 18. Juni in Santiago de Compostela an. Schlimm wäre das aber auch nicht.

 

Die Etappe im Überblick:

Von Arcade nach Pontevedra

13,9 Kilometer

Zwei Stunden, 50 Minuten (reine Gehzeit)

Unterkunft: ein Zimmer in einer kleinen Pension im Zentrum (20 €)

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